Onkologische Trainingstherapie (OTT) - Bewegung nach Krebs

Shownotes

Bewegung bei Krebs ist weit mehr als „ein bisschen Sport“. In dieser Folge des GETiCS Podcasts sprechen Thorsten Sleegers und Wiebke Schandelle mit Giulia Kuchmann von der Krebsgesellschaft NRW über die Onkologische Trainingstherapie – kurz OTT – und darüber, warum gezielte Bewegung während und nach einer Krebstherapie eine so wichtige Rolle spielen kann.

Viele Betroffene erleben im Verlauf ihrer Erkrankung oder Behandlung Kraftverlust, Erschöpfung, Unsicherheit und das Gefühl, dem eigenen Körper nicht mehr vertrauen zu können. Genau hier setzt die Onkologische Trainingstherapie an: individuell, begleitet und abgestimmt auf Therapiephase, Belastbarkeit, Nebenwirkungen und persönliche Ziele.

Gemeinsam sprechen wir darüber, wie Sporttherapeuten, Ärzte und die Krebsgesellschaft NRW zusammenarbeiten, welche Bedeutung wissenschaftliche Erkenntnisse für die Behandlung haben und warum Training nicht als zusätzlicher Sondertermin verstanden werden sollte, sondern als Teil des Alltags und der eigenen Stabilisierung.

Wiebke Schandelle gibt außerdem persönliche Einblicke, wie ihre eigene Krebserkrankung den Blick auf Bewegung, Vertrauen und Eigenverantwortung verändert hat.

Eine Folge über Mut, Körpervertrauen, moderne Krebstherapie und darüber, wie Bewegung Menschen helfen kann, wieder mehr Sicherheit, Kraft und Lebensqualität zurückzugewinnen.

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Krebsgesellschaft NRW e.V.

Zu Gast in dieser Folge ist Giulia Kuchmann, Ärztin und stellvertretende Leiterin Prävention bei der Krebsgesellschaft NRW. Sie beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie Prävention, Aufklärung und Gesundheitsförderung Menschen mit und nach Krebs besser erreichen können.

Transkript anzeigen

00:00:01: Besser Trainier, schmerzfrei

00:00:02: bewegen.

00:00:03: Aktiver

00:00:03: Leben,

00:00:04: Gesundheit und Athletics.

00:00:06: bei GTX

00:00:07: mit smarten Fitnesskonzepten

00:00:08: zur eigenen Bestleistung

00:00:11: von Physio bis Profisport!

00:00:14: Wir

00:00:15: sind das innovative Gesundheitszentrum mit Bewegungslabor.

00:00:19: GTX ein Tick besser jeden Tag.

00:00:23: Damit ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge im Gatix Podcast.

00:00:27: Mein Name ist Torsten Slegers und an meiner Seite ist wie schon in der ersten Folge Wiebke Schandelle die Gründerin vom Gatics, hallo liebe Wiebcke!

00:00:34: Hallo Tvastu

00:00:35: Und wir haben uns einen Gast eingeladen in diese Folge nämlich Julia Kochmann Ärztin von der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen.

00:00:42: Liebe Julia sehr schön dass du bei uns bis herzlich Willkommen.

00:00:45: Vielen vielen Dank das ich da sein darf.

00:00:47: Ich freue mich sehr Bevor

00:00:48: wir jetzt gleich so in medias ries gehen Bei diesem wirklich sehr sehr wichtigen Thema, das in vielen Teilen der Gesellschaft noch ein bisschen tabu belastet ist.

00:00:56: Wenn es um die Onkologie oder um onkologische Therapien geht sagt er gerade mal ein paar Worte zu dir Julia wie sieht dein Arbeitsbereich genau aus?

00:01:06: Also ich Julia Guckmann, ich bin von der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen.

00:01:09: Ich leite da aktuell den Fachbereich der Prävention.

00:01:13: Bin vom Haus aus Ärztin und habe eine Fortbildung zur Präventivmedizinerinnen gemacht.

00:01:17: Und unser Fachbereichprävention arbeitet eigentlich überwiegend projektbasiert.

00:01:21: wir haben ganz viele unterschiedliche Präventionsprojekte fangen in den Kitas mit Sonnenschutz an, gehen in die Schulen haben Schwerpunkte auf dem Thema HPV und HPV-Impfung sind auch in den Unternehmen immer mit Aufklärungen beschäftigt.

00:01:36: Auch zum Thema Früherkennung von Krebserkrankungen Und haben da so einen ganz, ganz bunten Blumenstrauß an Dingen die wir machen beschäftigen wir uns aber ganz intensiv auch mit dem Thema Bewegung.

00:01:49: Haben ein ganz tolles Projekt Kilometer gegen Krebs was immer von April bis September läuft wo man mit uns laufen kann für den guten Zweck Und das ist so mein Fachbereich, genau.

00:01:59: Ich glaube ich bringe aus ganz vielen unterschiedlichen Bereichen mittlerweile Erfahrungen mit hab ganz klassisch angefangen nach meinem Medizinstudium als Ärztin zu arbeiten in unterschiedlichen Fachbereichen und bin jetzt bei der Prävention hängen geblieben.

00:02:12: Das ist tatsächlich das wofür ich jeden Tag brenne.

00:02:15: Dann freuen wir uns sehr dass du in dieser Folge dabei bist.

00:02:17: die VIP-Gate auch schon zum Auftakt dieser Podcast Staffel eben schon mal das angekündigt, dass wir genau darüber sprechen möchten.

00:02:24: denn die onkologische Trainingstherapie hier im Gesundheitszentrum Gethix eben auch sehr fest verankert, fester Bestandteil.

00:02:31: Ganz ganz großes Augenmerk gibt es darauf was bedeutet denn die onkologische Trainingstherapie?

00:02:37: und warum ist Bewegung bei Krebs mehr als ein bisschen

00:02:40: Sport?

00:02:41: Für uns ist es tatsächlich ein fester bestandteil weil wir eine große Zielgruppe an Menschen haben Lebensängsten zu tun haben, die mit Zukunftsängsten zutun haben.

00:02:55: Die mit Operationen und Nachwirkungen zu tun habe?

00:02:58: Die mit chemotherapeutischen, immuntherapeutischem bestrahlungstechnischen Behandlungen zu tun Haben, die durchaus lebensbeeinflussend sind Und an der Stelle tatsächlich Bewegung ein ganz wesentliches Element ist um mit Nebenwirkung eventuell besser umgehen zu können um sich Routinen für den Alltag zu schaffen, um diesen überhaupt konstant zu bestehen.

00:03:22: Denn wenn wir Patienten mit Fatigue und ähnlichen Dingen haben dann ist das eben nicht einfach nur ein Leersein von schlaft doch mal ein bisschen mehr und du bist wieder fit sondern das ist eine lebensbegleitende Erkrankung die mit absoluten Erschöpfungszuständen des Körpers zu tun hat, Geh mal ein bisschen früher schlafen, wieder in den Griff zu kriegen sind.

00:03:44: Sondern immer mit Belastungssteuerung zu tun haben.

00:03:47: und diese Belastung Steuern neu kennenzulernen ist ein großes Thema dass wir hier eben begleiten Und sind im Düsseldorf der einzig zertifizierte Partner Der genau diese Trainingsbegleitung macht möglichst früh In der Erkrankung anzusetzen und die Patienten durch die Behandlung und durch die Erkrankung Mit Bewegungen angepasst an die Blutbilder, angepasste an den Chemoalltag und ähnliches führen zu können.

00:04:14: Das ist ja auch eine riesen mentale Belastung eben nicht nur für die Betroffenen Patientinnen und Patienten natürlich auch für die Angehörigen ob es Eltern Geschwister Großeltern sind.

00:04:25: Welche körperlichen Veränderungen erleben denn die betroffenen typischerweise während oder nach einer Krebstherapie?

00:04:32: Das ist ganz unterschiedlich tatsächlich.

00:04:35: Ich glaube, dass es natürlich damit zusammenhängt was für einen Krebs habe ich?

00:04:40: wie früh ist erkannt worden?

00:04:43: Was steht für eine Therapie an?

00:04:44: bin ich operiert worden?

00:04:45: hab ich lange Chemophasen hinter mir?

00:04:48: Wie geht mein Körper mit diesen Themen um?

00:04:52: und Natürlich auch so ein Stück weit?

00:04:54: welche Vorerfahrung mit Bewegungen habe ich schon Wenn das gänzlich fehlt und man kommt natürlich in einer Phase der absoluten Erschöpfung, indem der Körper kaum zu überleben weiß für den nächsten Tag.

00:05:06: Dann kommt jemand von außen, der sagt so jetzt machen wir Bewegungen dann ist das was man gerade nicht hören möchte aber genau dass es dann eben unser Ansatz zu schauen Wo holen wir dich?

00:05:18: Bewegungslabor, aktuelle Blutbilder, enge Kommunikation mit den behandelnden Onkologen.

00:05:24: Ganz ganz wichtig an der Stelle um zu schauen wo stehst du gerade und dein Körper wie verändert er sich und zwar täglich jedes mal wenn du bei uns auftaust eine neue Statusquote zu besetzen um dann eben zu gucken was kann dein Körper heute leisten?

00:05:37: und dann sind es manchmal ganz ganz kleine Schritte die dann wirklich bedeuten Wir gehen ein paar Minuten spazieren Und wir machen vielleicht in der Diagnostik nur einen Sit-to-Stand-Test und stehen fünfmal auf und setzen uns wieder hin.

00:05:51: Vielleicht schaffen wir ihn drei Wochen zehn mal.

00:05:54: Julia, du nix sehr zustimmen gerade!

00:05:57: Wir haben uns bevor ich hier auf das Record Knöpfen in der Podcastfolge gedrückt habe schon einmal kurz unterhalten.

00:06:02: Du hast auch gesagt es ist so so wichtig dass es das Gatix hier gibt im Düsseldorf mit diesem Ansatz.

00:06:07: Es ist ja auch so bei einer Therapie beispielsweise bei einer Chemotherapie oder davor, dass ja Patientinnen und Patienten ganz oft auch schon genau im Krankenbett teilweise vorbereitet werden.

00:06:18: Das heißt einfach mal die Beine zu heben den Rücken durchzustrecken also so ein bisschen an dieser Mobilisation zur Arbeit noch im Vorfeld nach hinein.

00:06:28: jetzt ist ja dieser Ansatz hier schon so das man ganz gezielt auch schaut welche körperlichen Herausforderungen schafft derjenige oder diejenige.

00:06:36: du sagst es ist schon für dich als Ärztin dieses Konzept zu sehen wo es eigentlich mehr von geben müsste.

00:06:44: Auf

00:06:44: jeden Fall, davon müsste es definitiv mehr geben und ich glaube also die Erfahrung, die ich so gemacht habe ist dass Patienten diese Diagnose ganz frisch bekommen sich ja dann auch erst mal mit ihrem Körper beschäftigen und denken okay Da ist jetzt was, das funktioniert irgendwie nicht so wie vorher.

00:07:03: Irgendwas ist da schief gelaufen in mir und man verliert so ein bisschen auch dieses Vertrauen in diese körperliche Integrität die man ja eigentlich bis zum Tag X irgendwie gehabt hat.

00:07:19: Und ich glaube es ist ein ganz wichtiger Faktor der auch so in dieses Thema reinspielt wird.

00:07:24: Was kann ich eigentlich an dem Tag schaffen?

00:07:26: oder was kann ich nach der Therapie schaffen?

00:07:29: Oder in der Therapieschaffen?

00:07:30: Und ich würde tatsächlich noch sogar ein bisschen vor das Krankenbett gehen.

00:07:35: Denn zwischen Diagnose, Stellung und Therapie liegen in den wenigsten Fällen – also in einige schon aber nicht wenige Stunden!

00:07:45: sondern da liegt immer noch eine Zeit dazwischen, das wird ja was geplant und so weiter.

00:07:49: Und auch da fällt es den Menschen dann also aus meiner Erfahrung heraus irgendwie schwer in der Bewegung zu bleiben.

00:07:58: Auch Menschen die sich vorher schon bewegt haben sind auf einmal wie so okay jetzt kann ich nichts mehr machen Jetzt ist irgendwas schief gelaufen mit mir und jetzt muss ich erst mal gucken.

00:08:07: Das heißt, also ich würde viel früher anfangen hinzuschauen was Bewegung eigentlich bewirken kann auch schon vor einer Therapie während einer Therapien nach einer Therapy und eigentlich so wie du es gesagt hast wirklich von Tag zu Tag zu gucken okay?

00:08:21: Was kann ich denn am Tag X jetzt gerade für mich tun Und was traue ich mir zu und was trau ich meinem Körper zu und das verändert sich?

00:08:29: und da genau aktiv hinzuschauern?

00:08:32: Ich glaube, was man nicht machen sollte ist eigentlich dieses stehenbleiben.

00:08:37: Diese Schockstarre?

00:08:39: Wahrscheinlich eine die dann ganz viele Menschen erst mal lehmt.

00:08:41: Die aber total nachvollziehbar ist.

00:08:43: also ich glaube... würde ich jetzt keinen kennen, der sagt dann war das so und da mich zwei Stunden später bin ich schon gegangen.

00:08:52: Sondern es macht ja was mit einem!

00:08:54: Und ich glaube aber da bewusst hinzuschauen und sich halt irgendwie Begleitung zu holen und Beratung zuholen... Was denn für Möglichkeiten gibt Lebensqualität unter ein Stück Alltag auch zu erhalten?

00:09:09: Das ist so finde ich aus der Sicht gesprochen mit jemandem der vielleicht auch schon sich bewegt hat im Vorfeld.

00:09:16: Menschen, die sich jetzt im Vorfeld noch nicht so viel sportlich betätigt haben.

00:09:20: Die müssen vielleicht erst mal herangeführt werden, dass es eine Option ist?

00:09:24: Da müssen wir glaube ich noch ganz viele Aufklärungsarbeit leisten.

00:09:27: also ich glaube das ist der Hauptfokus erstmal zu erzählen ja Bewegung ist eine Option auch wenn man krank ist

00:09:35: Ja da hilft sicherlich ganz oft, wenn wir deutlich mehr Unterstützung noch aus medizinischer Sicht haben.

00:09:42: Also Ärzte die wirklich aktiv Bewegung auch empfehlen an der Stelle frühzeitig darauf hinwirken das ist etwas an dem wir intensiv arbeiten in unserem Ärztennetzwerk und natürlich tatsächlich das Thema Familien- und Angehörige mitzunehmen denn das eigene Verständnis für ich kann damit Nebenwirkungen reduzieren.

00:10:04: Ich kann Folge Erkrankungen und Verschlechterung eventuell aufhalten, indem ich meinen Körper frühzeitig kräftige und auf das was kommt eventuell vorbereite.

00:10:14: Das ist ja der wesentliche Faktor.

00:10:16: und da multifaktorell mal einmal rumzuschauen zu sagen wer kann mich denn da überall schieben und schubsen und mich immer wieder auffordern dass jeden Tag aufs Neue für mich zu tun und zu entdecken?

00:10:29: Das spielt ja bei uns in den Krebsberatungsstellen auch gerne eine Rolle.

00:10:34: Wir haben nicht nur den Fachbereich Prävention bei uns, sondern wir haben verschiedene Beratungsstellen in ganz NRW die zu psychosozialen Themen beraten und ich finde das ist immer wie so ein kleiner Kompass.

00:10:45: also Menschen kommen natürlich irgendwie auch mit ihren Angehörigen oder auch nur die Angehöhrige kommen dahin, um sich beraten zu lassen.

00:10:55: Was denn jetzt so ansteht eigentlich?

00:10:57: Also das ist ja ganz häufig dass man am Anfang so orientierungslos ist und irgendwie gar nicht weiß was geht, was es für Möglichkeiten gibt.

00:11:03: und ich glaube dann sind Menschen die sich damit auskennen und einem auch mal vielleicht mal da hinschauen und mal da hin schauen und ein bisschen Orientierung bieten.

00:11:12: Ganz ganz wertvoll zusätzlich zu diesem Ärztennetzwerk in dem Moment oft der erste Ansprechpartner

00:11:19: ist.

00:11:20: Darum es extrem wichtig, dass wir dieses Thema wirklich auch intensiv besprechen hier am Podcast denn ihr sagt ja beides!

00:11:27: Es ist oft so ein Tabuthema, man mag nicht drüber sprechen und das Gegenteil wäre eigentlich genau das Richtige.

00:11:33: Ist kostet Überwindung?

00:11:34: Das ist ganz klar ich glaube für die Betroffenen genauso für die Angehörigen, die ja in gewisser Weise auch diese Schockstarre haben.

00:11:41: aber Ich glaube auch so des mentale dass mentale nach vorne schauen und denken Ja das ist jetzt eben eine schlimme Geschichte Aber ich will da schaffen!

00:11:51: Ich glaub da spielt einfach dieses Mindset auch ne wichtige Rolle weiß er aber auch aus der eigenen Erfahrung, dass es eine Zeit lang braucht bevor man überhaupt so ein Mindset entwickelt hat.

00:12:01: Und da sind Familie und Freunde extrem wichtig!

00:12:04: Da ist vielleicht der Partner oder die beste Freundin mal wichtig, die sagt pass auf du gehst jetzt in eine Therapie, da steht beispielsweise ne Chemo an.

00:12:12: Jetzt gucken wir mal ganz gezielt ernährungsmäßig kannst du dich super vorbereiten damit du schon gestärkter irgendwie in diese Therapie gehst, damit du widerstandsfähiger bist.

00:12:20: Da gibt's ja viele Möglichkeiten und ich glaube wenn man dieses gesamte Mal Betrachtet dann kann man da, weil du von dieser Prävention sprichst schon eine Menge leisten.

00:12:29: Aber Fakt ist ganz viele Betroffene die eine Diagnose bekommen, die erleben erstmal diesen Kraftverlust diese Erschöpfung und diese Unsicherheit.

00:12:37: was begegnet euch beiden in der Praxis besonders häufig?

00:12:42: In erster Linie tatsächlich die Angst vor dem eigenen Körper.

00:12:45: also was kann er noch leisten und wird er jemals wieder in der Lage sein das zu leisten was ich vorher hatte Und das sind auch oftmals in unseren Erstberatungen, wenn wir onkologische Patienten hier haben.

00:12:58: Die ersten Fragen, die kommen tatsächlich um Himmelswien muss ich hier ein großes Fitness Training absolvieren?

00:13:04: Nein musst du nicht!

00:13:06: Ich habe aktuell jetzt seit fünf Monaten eine Patientin hier, die sagt, ich bin mal lebendlang Lehrerin.

00:13:12: Ich stehe den ganzen Tag.

00:13:14: Ich motiviere und unterrichte Schüler Und bin jetzt krebskrank.

00:13:18: Es ist seit einem halben Jahr Mamakazinom, Hormonrezeptor positiv an der Stelle.

00:13:25: Lange Chemotherapiephase operiert.

00:13:27: auch kommt zu uns in Behandlung Gott sei Dank eben auch mit nem stabilen Netzwerk Familie gute Ärzte im Hintergrund und sagt ich bin leer Ich bin komplett leer weil ich nicht weiß was kann ich morgen noch denn heute kann ich nichts.

00:13:44: Und wir haben tatsächlich angefangen mit... Wir sind spazieren gegangen.

00:13:48: Kurze Strecken, fünf Minuten, zehn Minuten.

00:13:51: Haben das wochenlang gemacht.

00:13:54: Immer wieder auch anzupacken und zu sagen was ist dieses ich müde?

00:13:58: Ich bin leer eigentlich!

00:13:59: Das ist tatsächlich so wie ich es vorhin gesagt habe nicht dieses ich schlafe aus sondern da steckt eine Fatigue hinter.

00:14:05: Eine Erkrankung mit der ich umgern lernen muss zu sagen Was kann im Rahmen der Erschöpfer mein Körper heute Morgen eventuell nicht, aber übermorgen wieder.

00:14:15: Und da langsam heran zu führen und ich weiß dass sie jedes mal in der Sporttasche sagt sich hab's noch mit Sie hat als allererstes weil ihr Arzt gesagt habt Bewegung ist wichtig hat sie sich einen Terraband gekauft schön eingeschweißt immer in der sport Tasche dabei.

00:14:30: das haben wir ganz lange auch eingeschwaist dort liegen lassen Weil wir nicht in der Lage waren es wirklich zu benutzen.

00:14:35: sie hätte es nicht geschafft.

00:14:37: Und wir haben jetzt nach vier Monaten im Status quo eine Situation, wo sie nicht nur fünfzehn Minuten spazieren geht am Stück durchgehend zügig.

00:14:47: Sondern zwanzig Minuten im Einbahnstand – das ist mal wieder in der Diagnostik im Bewegungslabor – wackelfrei.

00:14:53: vor mir steht was wir messen können und merken.

00:14:56: Sie kann Ihren Körper stabil halten kontrolliert halten ohne danach in einen großen Erschöpfungszustand.

00:15:02: von Jetzt habe ich den Weg nach Hause nicht zu kommen.

00:15:05: Und jetzt fangen wir tatsächlich an und das Terraband ist nicht mehr eingeschweißt, sondern wir haben die ersten Standübungen leichte Mobilisationen gemacht wo wir das Terraband mit einsetzen.

00:15:14: Sie sagt ja es dauert weil es eben ein auf-und ab ist an der Stelle aber es ist ein stetiges Vorwärtsgehen und das Feedback an der Stelle ist eben nicht nur Routine kontinuierliches Training und dranbleiben angepasst an den Erschöpfungszustand sondern vor allen Dingen an diese Situation.

00:15:30: von was macht mein Kopf heute?

00:15:34: Und sie sagt dieses Ich bin leer, damit lerne ich gerade anders zu leben.

00:15:38: Es wird mich halt begleiten.

00:15:39: das werde ich nicht los werden.

00:15:41: aber ich kann mich viel früher und viel besser einschätzen und ich weiß immer noch wieviel leer geht noch?

00:15:48: Was kann der Körper heute im Gegensatz zum Lehr von gestern?

00:15:52: Das ist ja eben auch dieses Netzwerk oder dieses Zusammenspiel wenn ich das so raushöre bei euch auch Julia du sagst ihr startet ja auch ganz früh also schon bei der Prävention im Grunde Wie individuell, wenn wir jetzt mal konkret auf Trainingspläne oder ein Trainingsplan eingehen.

00:16:08: Also wie muss so ein Trainungsplan in der Onkologie angepasst werden?

00:16:14: Ich weiß es gibt viele verschiedene Erkrankungen, jeder ist anders und muss ganz individuell betrachtet werden.

00:16:19: aber dass man mal eine Idee kriegt, wie wird das ein Traininsplan entwickelt also auch vielleicht im Austausch eben zwischen Patienten die von dir kommen.

00:16:31: Also das ist die Erfahrung, die ich so früher gemacht habe in meinem ärztlichen Alltag war.

00:16:38: Die Menschen, denen ich dann ja auch durchaus mal diese Diagnose mitteilen musste, die waren dann... also was mache ich jetzt?

00:16:49: Das war irgendwie dieses Ja okay und schauen wir uns jetzt einmal genau an, was wir jetzt machen und dann schauen wir erst mal an, Was gibt es denn für Ressourcen?

00:16:58: Was müssen wir denn über?

00:16:59: Worum müssen wir uns denn kümmern, was steht gerade an erster Stelle?

00:17:03: und so weiter und sofort.

00:17:05: Und dann ging es erst mal darum zu gucken okay, was haben wir für Ressourcen vor Ort, wo können wir hinverweisen, was können wir irgendwie in Gang bringen?

00:17:16: Bei dem Thema Bewegungen war es dann immer, was geht denn gerade jetzt?

00:17:21: Zu welchem Zeitpunkt befinden wir uns?

00:17:22: zum Zeitpunkt der Diagnose Stellung.

00:17:24: Befinden wir uns im Zeitpunkt einer Therapie oder einer Nachsorge, ganz typisch in der Hausarztpraxis ist das ja hinterher Blutbildkontrollen usw.

00:17:37: Das heißt die Punkte verändern sich... die Ressourcen, die da sind, sind ganz unterschiedlich und die Möglichkeiten sind ganz anders.

00:17:46: Deswegen glaube ich dass der Trainingsplan genauso individuell ist wie die Person, die vor mir sitzt.

00:17:55: Da würde ich auch an dich weitergeben weil du bist hinterher die, die diese Trainingspläne erstellt.

00:18:01: was ich den Menschen immer mit auf dem Weg gegeben habe ist es wir genau für für den Menschen passend schauen, was jetzt gerade notwendig ist und was geht.

00:18:12: Und ich würde sagen das spielt beim Thema OTT genau die gleiche Rolle.

00:18:17: Das ist Teil unserer OTT wo wir wirklich einen groben Trainingsplan eine Marschrichtung auch anhand des Wunschzieles also das was wir mit all unseren Patienten machen herauszuarbeiten.

00:18:30: Was ist dein Ziel?

00:18:30: Wo willst du hin?

00:18:32: Gerade im Rahmen der onkologischen Patienten ist es oftmals einfach nur die nächsten Wochen überlegen, die Therapie schaffen und überleben.

00:18:41: Und dann geht es gar nicht um die großen Ziele der nächsten Wanderung oder Distanz mit dem Enkel oder ähnlichem sondern an dieser Stelle wirklich darum zusammen wir schaffen den Moment Und so ist es jedes Mal ein, es gibt ein neues Blutbild.

00:18:54: Wir schauen drauf wir passen einen Trainingsplan an und jedes mal wenn die Person zum Training auftaucht die Status quo fragt sagen wie geht's dir heute?

00:19:02: Wie waren die letzten Tage die Nacht was ist dein aktueller Chemo oder Behandlungsstatus?

00:19:07: und auch dann wird Tages aktuell angepasst und man kann es sein dass da heute etwas ganz anderes rauskommt als gestern noch im Trainings Plan gestanden hat.

00:19:15: Aber genau das ist, was es eben schaffbar macht.

00:19:19: Und am Ende ist es wichtig, dass jedes Training und jede Bewegung mit einem Erfolg endet zu sagen ich habe's geschafft wie klein oder wie groß auch immer diese Bewegungen war.

00:19:29: aber ich hab sie geschafft und ich kann Sie wiederholen Ich kann Sie beim nächsten Mal wieder anpassen und wenn der Tag besser ist machen wir ein paar mehr.

00:19:36: Ich glaube das nimmt auch ganz vielen die Angst ein bisschen, weil sich jetzt zu entscheiden ich mache jetzt einen Trainingsplan.

00:19:43: Da gehen ja wahrscheinlich auch ganz viele Gedanken so umher wo man sich eben fragt wie ist denn jetzt die Therapiefase?

00:19:50: Wie belastbar bin ich den Morgen wenn nicht zum Sport soll, wenn ich ins Training soll auf die Trainingsfläche Die Operation habe ich überstanden.

00:19:57: welche Medikamente nehme ich?

00:19:59: und gerade wenn wir von der Chemotherapie reden dann darf man ja auch die Nebenwirkungen nicht unterschätzen.

00:20:04: Das heißt ihr würdet also sagen oder speziell als Wiebke, wenn ihr den Drehungsplanet hier erstellt und da macht sich jetzt jemand Gedanken der sagt Mensch ja ich nehme so und zu viel Tabletten.

00:20:12: Ich weiß doch gar nicht ob ich morgen hier auf einem Bein stehen kann.

00:20:15: wie nimmst du dem Patienten die Angst?

00:20:17: Die ist relativ einfach.

00:20:19: und nicht nur ich sondern wir haben geschulte OTT-Zertifizierte Kollegen die sich intensiv mit sämtlichen Erkrankungsvarianten, Behandlungsformen und Medikamenten eben auseinandersetzen und das auch immer wieder aktuell halten um auch in den Zusammensetzungen zu erkennen, was ist das, was dein Körper aus einer Behandlung herausmacht?

00:20:39: Was er aber vielleicht aus dem eigenen Mindset und Angst heraustut.

00:20:43: Und auch das zu unterscheiden und genau da abzuholen und zu sagen lasst es uns doch gemeinsam probieren!

00:20:48: Wir schauen, was wir heute schaffen und wir notieren uns diesen Erfolg von heute und schauen ob wir ihn morgen oder übermorgen reproduzieren können oder ob wir noch ein bisschen mehr schaffen.

00:20:57: Genau da anzusetzen und dann zu sagen, wenn wir es nicht schaffen... Haben wir aber überhaupt was getan an der Stelle?

00:21:03: Und notieren einfach, es war vielleicht ein ganz schlechter Trainingstag vom Gefühl her.

00:21:10: Aber der Körper hat trotzdem großartig statt der fünf immerhin vier der Wiederholungen geschafft und dann ist auch das ein Erfolg den wir einfach stufenweise immer wieder mitnehmen.

00:21:20: Jetzt sitzen wir heute natürlich in einer sehr guten Konstellation zusammen.

00:21:24: Du als Gründerin des Gethx und Julia als Ärztin, die bei der KRIPS-Gesellschaft NRW arbeitet.

00:21:31: Da stellt sich jetzt mir so die Frage wie arbeiten die Sporttherapeuten und die Ärzte bei GethX?

00:21:36: Und also in der Otetätik konkret zusammen.

00:21:39: Also hier muss ich mir das jetzt vorstellen wenn ihr beiden euch jetzt beispielsweise austauscht und die wie gesagt Mensch Ich habe ja eine Patientin oder ein Patienten Der befindet sich gerade in dieser Phase.

00:21:49: Ich schätze, so ein der könnte jetzt ein bisschen Bewegung gebrauchen.

00:21:52: Weil es vielleicht auch mental gut tut.

00:21:54: wie funktioniert da so eine Planung zwischen euch?

00:21:58: Also wir müssen uns ein bisschen unterscheiden glaube ich zwischen der Zielgruppe der Niedergelassen oder der stationären Ärztin.

00:22:06: Ich bin ja jetzt, also ich bin per se ja nicht klassisch ärztlich tätig.

00:22:09: Sondern ich bin ja, was heißt rein administrativ?

00:22:12: Aber ich leite ja einen projektbasierten Fachbereich so dass sich sagen würde ich kann jetzt keine klassischen Patienten zu dir überweisen sowie es glaube ich eher im Alltag der Fall sein wird.

00:22:25: das heißt du wirst wahrscheinlich dein Ärzte Netzwerk haben die wissen was du anbietest oder was hier angeboten wird und die werden ihre Patienten darauf hinweisen oder eine Überweisung schreiben und die Patienten kommen dann über den Weg hierhin.

00:22:41: Ich glaube, bei uns aus der Krebsgesellschaft ist es auch eher so die Beratungsstellen die das auf dem Schirm haben und die dazu auch beraten und motivieren.

00:22:55: Ich glaube, dass einfach mal ins Rennen zu werfen, dass das Thema Bewegung wichtig ist und dass man sich damit auseinandersetzen sollte.

00:23:01: und wo man sich da miteinander setzen kann an den unterschiedlichsten Standorten gibt es auch unterschiedliche Möglichkeiten.

00:23:08: Mal sind sie besser und mal sind die schlechte.

00:23:09: Das ist halt einfach so in Deutschland.

00:23:13: Wir sind hier in Düsseldorf natürlich gerade dann sehr verwöhnt.

00:23:15: Da gibt es da wirklich einiges was getan.

00:23:19: Aber ich glaube so der ganz klassische Weg, wie er aus den Niederlassungen oder der Klinik ist dann per se wahrscheinlich per Überweisung würde ich sagen?

00:23:28: Ja

00:23:29: also der klassische Meek tatsächlich und deswegen ist die Netzwerkarbeit extrem wichtig denn es gibt ganz viel Aufklärungsarbeit an dieser Stelle auch noch.

00:23:38: Der einfache Weg ist die Heilmittelverordnung Krankengymnastikgerät, sechser Verordnung.

00:23:43: Dann sind wir wieder im klassischen Heilmittelbereich.

00:23:46: aber das ist nicht die Grundidee der OTT sondern die OTT ist die Möglichkeit eben onkologische Trainingstherapie mit vierundzwanzig oder sechsunddreißig Einheiten.

00:23:57: es gibt einen Konklomerat an Kostenträgern an Krankenkassen, die dort in einem Verbund zusammenarbeiten und die onkologische Trainingstherapie eben begleiten.

00:24:11: Gott sei Dank!

00:24:11: Und ganz stark fussiert natürlich durch die Uni-Klinik Köln.

00:24:16: aber Uni- klinik Düsseldorf dankenswerterweise ist Teilpartner, Teil dieser OTT Geschichte so dass der Weg dann ist das wenn ich als Versicherter aus diesen Kosteträgeren heraus komme kann ich quasi direkt eine Heilmittelverordnung OTT-Vierundzwanzig Einheiten bekommen.

00:24:35: Der Vorteil ist, wenn ich zwei-, dreimal die Woche trainieren gehe bei einer sechster Verordnung sitze ich in zwei Wochen wieder beim Arzt und fange dasselbe Spiel wieder von vorne an.

00:24:43: Und irgendwann kommt der Klassiker, der dann heißt so jetzt haben aber zwölf Einheiten oder achtzehn Einheiten und Quartal ist rum und wir müssen gucken Dieses ich bin ständig wieder beim Arzt, das wollen wir den Patienten eben nehmen und damit kümmern wir uns intensiv um diese OTT-Verordnung.

00:25:01: Ich bin für ein paar Wochen zumindest mal arztfrei stressfrei unterwegs und kann mich mal wirklich um meinen Körper kümmern und im Normalfall haben wir einen engen Draht.

00:25:10: dann auch zu den Ärzten kümmern uns um Folgeverordnungen, um weitere Wege über Reha-Sport speziell für die Onkologie und ähnliches.

00:25:18: Um diese Patienten eben auch weiterzuführen ohne dass wir sie immer wieder ins Wartezimmer zurückführen und sagen du musst wieder mit dem Arzt kommunizieren.

00:25:26: Die Kommunikationen mit Berichten, mit Reportings, mit Status quo Erstellungen machen wir an der Stelle.

00:25:33: Und manchmal ist es sogar so eng das wir auf die Blutwerte auf direkten Wege bekommen zu sagen hier denkt dran da ist eine Veränderung.

00:25:39: könnt ihr das mit besprechen?

00:25:42: reagieren und anpassen.

00:25:43: Welche Bedeutung hat denn die enge Kooperation mit der Krebsgesellschaft für die Behandlungsqualität?

00:25:48: Für uns sehr wichtig, denn genau das was die Beratungsstellen eben an der Stelle machen nicht nur den Betroffenen selber hinzuweisen zu sagen es gibt ganz viele Möglichkeiten dich zu begleiten in deinem häuslichen Umfeld im pflegerischen Umfeld, psycho-onkologische Begleitung solche Geschichten aber auch verwandten, angehörige Freunde.

00:26:10: Und spannenderweise ist das was wir an den Feedbacks haben wenn Patienten hier landen tatsächlich zu sagen na ja in der Beratungsstelle ist meiner Frau gesagt worden und wir dann immer kommen und sagen dass es großartig weil A. Wir wissen das Netzwerk funktioniert an der Stelle und auf der anderen Seite da ist ein Angehöriger der schon mit auf dem Weg.

00:26:30: Der ist also getriggert schon zu sagen hey wir können nicht unterstützen aktiv und von daher gilt das Programm hier natürlich für beide, nicht nur für den Betroffenen Erkrankten.

00:26:39: So sagen wir machen gemeinsam die OTT und wir helfen dir ein Stück weiter.

00:26:42: du darfst dich gerne im Training begleiten lassen von deinem Partner vom Familienangehörigen.

00:26:47: macht das gemeinsam hier und wir erleben den Tag mit all den Erfolgen die wir für diesen Tag schaffen auch gemeinsam.

00:26:53: Warum ist es denn so entscheidend dieses Training Ja, ich sag mal Sondertermin zu sehen.

00:27:00: Also viele denken sich wahrscheinlich jetzt muss ich das Oner machen?

00:27:03: Ich hab schon so viel an der Backe.

00:27:04: Das ist ja dann vielleicht erstmal so eine gefühlt eine zusätzliche Belastung die man vielleicht gar nicht haben will.

00:27:10: aber es ist ja umso wichtiger wahrscheinlich genau dass in den ganz normalen Alltag zu integrieren, dass man's eben nicht noch als Add-on bei all dem was ich alles machen muss zu bekommen.

00:27:20: Routine.

00:27:21: Routinen schaffen also In dem Tag, in dem ich keine Routinen habe auch aus eigenem Erleben heraus ist es... ...in den Tritt zu kommen und zu sagen geht heute was?

00:27:32: Und am Ende des Tages.

00:27:34: Ach nee, das ging nichts!

00:27:35: Mit dem Wissen von Routinnen.

00:27:37: Ich hab einen Termin heute und den nehme ich wahr.

00:27:40: Den kann ich erfolgreich beenden und kann danach sagen.. ..ich hab mich bewegt.

00:27:45: Vielleicht nicht super aber ich habe mich beweagt.

00:27:47: Ich habe etwas geschafft und diese Routienen zu schaffen helfen den Körper durch Behandlung hindurch, nach Behandlungen stabiler zu bleiben.

00:27:55: Nicht immer fitter zu werden.

00:27:56: es geht nicht um morgen wieder Weitsprünge zu machen aber stabil zu bleiben um einfach seinen Alltag auch wieder zu schaffen.

00:28:04: Wir haben gerade schon über das Umfeld über die Familie gesprochen über den Partner der denn vielleicht mit die OTT macht um eben die Frau oder den Mann zu unterstützen.

00:28:13: wie auch immer man darf ja auch nicht unterschätzen dass sich natürlich Menschen die sich in Therapie befinden auch mal Launig sind, was ihnen ja durchaus zusteht.

00:28:22: Absolut!

00:28:23: Man steht unter einer enormen Belastung Medikamente.

00:28:26: Therapien können dazu führen dass viele davon berichten auch zumindest ein Zeitweiß oder Angehörige so eine Wesensveränderungen hat.

00:28:33: das ist ja wirklich... Wir haben es jetzt mal salopp zu formulieren manchmal auch echt ne Challenge für die Angehöhrigen.

00:28:39: Welche Rolle?

00:28:40: Oder wie muss man das einordnen?

00:28:42: Familie Partner Kinder Freunde.

00:28:44: also während dieser Trainingstherapie welche Rolle spielen sie?

00:28:47: Eine wesentliche.

00:28:48: Also in der Begleitung eines Krebskranken spielen sie immens große, wichtige Rollen fernab von der Trainingstherapie in allen Lebenslagen.

00:28:58: Ob es die Begleitungen zu einem Routinegespräch ist, zu einer neuen Anamnese, zu ner wiederkehrenden Untersuchung gerade diese zyklischen Untersuchungen, die vorher ja auch viel mit einem machen und wissen ich hab morgen schon wieder ein Termin, das entscheidend ist wieder was zurück oder nicht?

00:29:17: Da ist es genauso entscheidend wie auch in der Trainingstherapie einen Aufforderungsmechanismus zu haben, den wir aber nicht nur im Onkologischen kennen.

00:29:25: Dann wenn ich Sozialkontakte habe oder ein Trainingspartner habe fällt mir doch immer leichter etwas zu tun als wenn ich es alleine tun muss und dann ist es leichter für mich Routine zu schaffen, dann ist das leichter im Rahmen des Sozialkontaktes vielleicht auch mal Spaß zu haben und Motivationen zu finden Auch leichter damit umzugehen, eben zu sagen heute waren es eben nicht die sechs sieben Wiederholungen sondern nur die vier und sie trotzdem als Erfolg zu verbuchen.

00:29:51: Ich glaube tatsächlich dass das tatsächlich für die Angehörigen genauso wichtig ist wie für die Betroffenen weil wenn ich als Angehöreger genau das Begleite, was da jeden Tag passiert.

00:30:03: Dann habe ich vielleicht auch einfach einen besseren Zugang zu dem und das ist ja... Da geht es um eine Beziehungsebene die auch entsteht.

00:30:11: Dieses auf der einen Seite für den oder die Betroffene.

00:30:14: Ich muss das nicht alleine machen.

00:30:15: Ich hab jemanden, den ich vielleicht zwischendurch einfach mal in Arm nehmen kann, der mir irgendwie ne Hand reicht Und für den Angehörigen der sieht, okay das passiert jetzt als nächstes und das ist jetzt der nächste Schritt oder in der Trainingstherapie.

00:30:27: Ach, das kann meine Angehörige jetzt gerade leisten und dann sehe ich es ja auch und dann kann ich das ja auch so in den Alltag hinterher, in den normalen täglichen Familien an Alltag integrieren zu sehen.

00:30:40: Das kann ich also zutrauen.

00:30:42: Bis dahin ist es gerade irgendwie möglich oder das war irgendwie schwierig und ich glaube, dass es Menschen nochmal in eine ganz besondere Verbindung auch bringt und dass es für beide Seiten ein unglaublichen Mehrwert schafft diese Wege zusammen und gemeinsam zu gehen.

00:30:56: Ich

00:30:56: denke auch, dass viele wahrscheinlich auch ähnliche Erfahrungen im familiären Umfeld gemacht haben oder mit den Eltern beispielsweise.

00:31:03: Und wer mal gesagt wir möchten dieses Thema enttabuisieren Wir wollen darüber reden.

00:31:07: Wir möchten dazu ermutigen eben über solche Dinge zu reden.

00:31:10: Ich habe vor ein paar Wochen selber mal die Erfahrung gemacht, doch das kann ich mir erzählen.

00:31:14: Ich war bei meiner Routine-Untersuchung bei der Urologien wo ich einmal im Jahr hingehe und da hieß es auch, Herr Slegers, dann müssen wir mal genau hingucken.

00:31:21: Ich würde Sie gern meinen MRT schicken.

00:31:23: Der Arzt sagt ja, kann was sein?

00:31:26: Kann nichts sein!

00:31:27: Ich würde Ihnen den nächsten Schritt

00:31:29: empfehlen.".

00:31:30: letztendlich, es war nichts.

00:31:31: Es waren Entzündungen.

00:31:32: aber da habe ich ja auch schon gemerkt was macht das mit mir im Kopf?

00:31:35: und da sind wir wieder bei diesem Angstzustand dieser Schockstarre die einen erstmal komplett lehnt.

00:31:41: und Wiebke haben gesagt in diesen Podcast wollen wir da auch offen darüber reden.

00:31:46: du bist ja Leistungssportlerin Du hast Olympia gemacht im Kanu Aber auch du hast eine schwere Erkrankung erlebt am eigenen Körper.

00:31:54: wie hat das denn deinen Blick auf OTT verändert?

00:31:58: Ich glaube, es ist einer der Gründe mit OTT als eine der drei Säulen hiermit in das Konzept hineinzunehmen.

00:32:06: Ja ich habe im Jahr two-thausenddrei MAMARC hat die Nomen gehabt ebenfalls hormonbedingt positiv und operiert und lange Chemo lange Jahre Ruhe, um dann vor einigen Jahren nämlich genau im Gründungsjahr wieder zu erkranken mit einer Speiseröhrenkrebserkrankung die sich dann aber entwickelt hat als man findet den eigentlichen Herd nicht.

00:32:31: Das heißt Kup, Cancer with unknown position bedeutet der Körper ist mittlerweile metastasiert.

00:32:39: viele schlafende Systeme Man weiß also nicht wo Und in den letzten vier Jahren, so alle halbe Dreivierteljahr mit einem neuen Tumor der sich meistens im Bereich der Weichteile abspielte.

00:32:52: Wenn man die erste Diagnose bekommt ist das ein Schlag von dem Bug vor allem als Leistungssportler und als Therapeuten, die immer auf der anderen Seite steht plötzlich ausgebremst zu werden und zu sagen okay und morgen und kann ich das hier noch weiter machen?

00:33:09: Und baue ich das System auf?

00:33:11: Und was mache ich mit Familie und zwei Kindern?

00:33:14: Vielleicht aber hat mir der Leistungssport an der Stelle auch geholfen, so Routine, Disziplin, neuen Fokus.

00:33:22: Und genau dieses Setting hier im Gatix weiter aufzubauen, war für mich eine meiner Routinen und Anker die ich schaffen konnte.

00:33:29: Mit einem unglaublichen Team im Hintergrund, die sehr schnell einen Blick für mich entwickelt zu haben.

00:33:34: kann sie heute oder kann sie nicht?

00:33:36: Wo steht Sie gerade in Ihrer gesundheitlichen Position und in welcher Behandlungsphase und sich dadurch auch einige der Therapeuten selbst auf den Weg in die Zertifizierung zum OTT-Therapeutin begeben haben, gesagt haben wir wollen mehr darüber wissen.

00:33:52: Und diese Routinen haben mir unglaublich geholfen.

00:33:55: ich erinnere mich tatsächlich daran.

00:33:57: es ist auch einer der Gründe warum ich Tcm Therapeutin bin.

00:34:00: mein damaliger Oberarzt der mich begleitet hat Onkologe war gleichzeitig Tcm Mediziner und ich kriegte während des Chemo morgens man roch ihn über den Gang immer schon Ein Haferbrei gewürztes Gemisch mit Ziegenmilch.

00:34:15: Ich fand das furchtbar, ich kann auch heute nichts mehr essen was irgendwie nach Ziege und wenn es nur im Namen drauf steht und riecht!

00:34:23: Ich bin aber mal mit den Nebenwirkungen deutlich besser klar gekommen und ich habe mir Bewegungsroutinen geschafft jeden Tag angepasst an das was geht.

00:34:31: und dann ist es so der Sohn der einem abends schon das Terraband über die Türgriff hängt und sagt für dich morgen früh Und man dann genau, wenn man morgens aufsteht die Erinnerung hat zu sagen Stimmt du könnt es eigentlich und wenn's nur zwei Minuten sind.

00:34:47: Ja ich fühl mich heute eigentlich gut und stabil aufgehoben.

00:34:50: Ich bin in einem guten medizinischen Netzwerk.

00:34:54: Ich weiß das KUB palliativ besetzt ist.

00:34:57: Ich habe aber ein gutes Palliativteam an meiner Seite auf der Stelle.

00:35:01: Ich hab einen wahnsinnig gutes Team hier dass ein Blick für mich hat und übernehmen kann.

00:35:06: Das heißt auch die Verlässlichkeit von Familie, Freunde und Mitarbeiterteam.

00:35:11: das da ist dass wenn ich nicht kann muss ich keine Angst haben dass irgendwas zusammenbricht sondern es funktioniert und ich werde in diesem System auch aufgefangen und das ist eben wahnsinnig wichtig dass dieses Netzwerk einfach dann auch da ist Und für mich ja tägliche Bewegungsroutinen und genau das, was ich aber dann auch an unsere Patienten weitergeben kann.

00:35:34: Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, ich habe eine Idee wie es dir heute gibt.

00:35:38: Genau fühlen und wissen tun wir's nie – da ist jeder individuell-, aber ich hab' ne Idee davon!

00:35:43: Wenn ich heute hier stehe, dann nicht weil ich gesagt habe ach morgen, na übermorgen sondern weil ich jetzt gesagt habe heute und gucken wie viel?

00:35:50: Und wenns nicht viel isst, dann isses nicht viel vielleicht morgen ein Stück mehr und mir dass bis heute erhalte.

00:35:56: Aber da sieht man auch, was Bewegung oder regelmäßige Bewegungen einfach mental bewirken kann.

00:36:04: Vor allen Dingen denke ich auch mal, Julia das wirst du ja aus der Beratung wissen Wenn jemand das Gefühl hat Der eigene Körper hat den im Stich gelassen.

00:36:16: Das ist glaube ich eines der schlimmsten Gefühle die man so haben kann weil man ja das Vertrauen in sich selbst verliert und damit auch ein großes Stück seiner Selbstwirksamkeit.

00:36:28: Und ich sage immer, dass gerade Bewegung die Selbstwirksamkeit unglaublich fördern kann.

00:36:34: Also dieses, so wie du es gerade beschrieben hast, dieses Step by step einfach mal gucken okay jetzt habe ich wieder etwas geschafft und das hab' ich geschafft!

00:36:43: Das hat nicht irgendwie jemand geschafft, der neben mir gestanden hat.

00:36:46: Sondern das habe ich geschafft und das kann mir hinterher eigentlich Stück für Stück wieder diese Selbstvertrauen zurückgeben und diese Selbstwirksamkeit und dieses Okay!

00:36:55: Ich glaube wieder an meinen Körper.

00:36:56: und ja da ist irgendwas was kaputt ist oder was nicht richtig funktioniert oder was aus dem Gleichgewicht ist.

00:37:01: aber das heißt nicht dass der ganze Körper aus dem gleiche Gewicht ist sondern ich kann dafür sorgen dass sich auch wieder ein stückweit ins gleich gewicht komme.

00:37:09: und das ist ja das schöne Anbewegung das wirkt ja mental das baut ja Stress ab.

00:37:13: Das aktiviert Stoffewechselprozesse, das macht ganz viel Gutes in unserem Körper.

00:37:20: Primerpräventiv bevor irgendetwas entsteht als auch sehr kundär und herzer präventive.

00:37:28: Welche Evidenz gibt es für den Nutzen von Bewegung bei- und nach einer Krebserkrankung?

00:37:33: Großartige

00:37:34: Evidenzen!

00:37:35: Tatsächlich ist es mittlerweile sehr intensiv erforscht.

00:37:41: Es gibt ganz viele Studien, die sich damit beschäftigt haben.

00:37:44: Hat das einen positiven Einfluss auf die Rezedivrate?

00:37:50: Hat es irgendwie einen positifen Einwirkung auf das Nebenwirkungsprofil also auf die Art und Weise wie man Nebenwirkung wahrnimmt oder wie sie auch ausgeprägt sind?

00:38:01: Ich weiß, was letztes Jahr diese große Challenge-Studie mit Darmkrebspatienten, die untersucht haben.

00:38:10: Was macht denn so eine Trainingstherapie nach einer abgeschlossenen Operation und Chemo?

00:38:15: Und die haben dann sogar da Überlebensvorteile beobachten können.

00:38:20: Das finde ich schon auch spannend!

00:38:22: Es war übrigens eine wirklich richtig gute Studie.

00:38:24: Das war eine ranzumietkontrollierte Studie, das ist so ein bisschen das, was man normalerweise auch mit Medikamenten macht... Deswegen würde ich sagen... Es gibt unglaublich viel Evidenz.

00:38:35: und was mir tatsächlich noch nicht über den Weg gelaufen ist, es ist eine Studie die sagt ne Bewegung bei Krebs ganz schlecht.

00:38:40: Das habe ich noch nie gelesen.

00:38:42: also das heißt ich glaube man kann da an der Stelle mit Bewegungen und ich besprechte dann tatsächlich an dieser Stelle auch lieber über Bewegungen als über Sport weil Sport hat oft so direkt so ein Leistungsgedanke direkt hinten dran.

00:38:55: Es ist vielleicht für Menschen die dann nicht aus dem sportlichen Bereich kommen irgendwie schwierig.

00:38:59: aber wenn man sagt es ist Bewegung und Bewegung kann ja erstmal alles sein ist unglaublich vielfältig.

00:39:05: Das heißt Bewegungs-Evidenz ist da!

00:39:09: Ja, eine unglaubliche ja ich sag mal offene intime Folge.

00:39:15: also ich bedanke mich sehr für die für dieses tolle Gespräch.

00:39:19: Ich bin auch emotional ein bisschen angefasst gerade aber ich finde es ganz wichtig dass man genau über diese Themen spricht und hoffe natürlich das ganz viele Menschen die uns jetzt zugehört haben auch vielleicht den Mut packen oder schaffen, da nach vorne zu gucken.

00:39:32: Oder vielleicht auch durch eure Erfahrungen so ein Stück weit besser klarkommen.

00:39:36: Meine letzte Frage für diese Folge an euch beide gerichtet ihr dürft euch das sehr gerne ergänzen was möchtet ihr denn den Menschen sagen die gerade in einer solchen schwierigen Situation sind und nicht wissen ob sie sich Bewegung zutrauen dürfen?

00:39:51: Nicht stehen bleiben einfach wirklich gucken was möglich ist.

00:39:56: Aber man kann eigentlich nichts falsch machen, wenn man sich bewegt.

00:40:02: Ich glaube das ist das was ich gerne auf dem Weg mitgeben würde.

00:40:07: Das ist richtig!

00:40:07: Das kann nicht tatsächlich nur so unterschreiben es gibt kein zu wenig und es gibt keinen zu viel an der Stelle.

00:40:12: Es gibt nur einen starten und weiter gehen.

00:40:15: Ganz lieben Dank für die offenen Worte, für das tolle Gespräch mit euch beiden.

00:40:18: Für alle, die jetzt mehr Informationen haben möchten, die können sich in den Show-Node zu dieser Episode natürlich einmal den Link zum GetTex raussuchen, wo man euch liebe Wiebke hier in Düsseldorf-Lingern findet und natürlich auch die Information zur Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen und zu Julia Kochmann.

00:40:35: Lieben Dank for dem Besuch!

00:40:37: Und liebe Wiebbke, ich freue mich auf dich in der nächsten Folge.

00:40:40: Ja,

00:40:40: bin gespannt.

00:40:41: Vielen vielen Dank Gatix, einen Tick besser

00:40:44: jeden Tag!

00:40:46: Sei auch bei der nächsten Runde wieder mit am Start.

00:40:48: Abonniere diesen Podcast um keine Folge zu verpassen

00:40:51: – für eine Einheit aus

00:40:53: Körper-, Geist- und Prävention.

00:40:56: Denn wo Therapie endet fangen wir erst an.

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